Aktuelle Mandanteninformationen zum Corona-Virus


Da die Krise, die das Corona-Virus ausgelöst hat, immer weitere Kreise zieht, möchten wir für Sie im Folgenden kurz zusammenfassen, wie Sie gegebenenfalls dem wirtschaftlichen Schaden dieser Krise entgegenwirken können.

 

1. Kurzarbeitergeld

Sollten Sie bereits einen signifikanten Rückgang des Arbeitsanfalls in Ihrem Unternehmen verzeichnen, dann besteht die Möglichkeit, ab März 2020 Kurzarbeit zu beantragen. Die folgenden Links enthalten  weiterführende Informationen:

Grundinformationen:

https://www.arbeitsagentur.de/news/corona-virus-informationen-fuer-unternehmen-zum-kurzarbeitergeld

Beantragung:

https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/kurzarbeitergeld-bei-entgeltausfall

2. Herabsetzung und Stundung von Steuerzahlungen

Die Finanzämter sind gehalten, Anträgen auf Steuerstundungen und auf Herabsetzung von Vorauszahlungen großzügig stattzugeben. Damit besteht die Möglichkeit, auf diese Weise die Liquidität zu schonen. Das bayerische Finanzministerium hat hierzu schon ein Antragsformular zur Verfügung gestellt:

 

https://www.finanzamt.bayern.de/Informationen/Formulare/Steuerzahlung/Steuererleichterungen_aufgrund_der_Auswirkungen_des_Coronavirus.pdf

3. Finanzierungshilfen über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und die LfA (Förderbank Bayern)

Die Bundesregierung hat die Möglichkeiten von Finanzierungshilfen für Corona-Geschädigte erweitert. So besteht beispielsweise die Möglichkeit, sogenannte KfW-Kredite zu bekommen. Diese werden über Ihre Hausbank ausgereicht und von staatlicher Seite besichert, so dass das Risiko Ihrer Hausbank deutlich gemindert ist.

Darüber hinaus können in Bayern ansässige Unternehmen den sogenannten „LfA-Schnellkredit“ bekommen, der zu 100% vom Bayerischen Staat abgesichert ist, so dass die Hausbank kein Risiko mehr trägt. Unternehmen mit bis zu 5 Mitarbeitern können einen Kredit bis maximal 50.000 € beantragen, Unternehmen mit sechs bis 10 Mitarbeitern bis maximal 100.000 €. Die Antragsvoraussetzungen sind auf der Homepage der LfA veröffentlicht (www.lfa.de).

4. Rückzahlung der bereits entrichteten Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung für 2020

Die Bundesländer Bayern und Hessen haben ihre Finanzämter angewiesen, Unternehmern die bereits bezahlte Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung für 2020 auf Antrag zurückzuzahlen. Die gewährte Dauerfristverlängerung bleibt trotzdem bestehen. Diese Regelung gilt mittlerweile bundesweit.

5. Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen durch die Krankenkassen

Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch die Stundung fälliger Sozialversicherungsbeiträge möglich; dazu müssen allerdings erst alle anderen liquiditätsschonenden Möglichkeiten ausgeschöpft werden.

6. Hilfen der Bundesregierung

Die Bundesregierung hat ein Hilfspaket für Solo-Selbständige und Kleinstunternehmen beschlossen. Bei Kleinstunternehmen (bis zu fünf Beschäftigte) können 9.000 €, bei bis zu zehn Beschäftigten bis zu 15.000 € als Zuschuss beantragt werden.

7. Schutz vor Insolvenzen

Im Insolvenzrecht wird die Insolvenzantragspflicht für betroffene Unternehmen bis zum 30.09.2020 ausgesetzt. Außerdem sollen für Privatpersonen im Fall der Insolvenz die Auswirkungen der Covid19-Pandemie bei der Restschuldbefreiung berücksichtigt werden.

8. Schutz von Mieterinnen und Mietern

Wegen Mietschulden aus dem Zeitraum vom 01.04.2020 bis 30.06.2020 dürfen Vermieter das Mietverhältnis nicht kündigen, sofern die Mietschulden auf den Auswirkungen der Corona-Pandemie beruhen. Dies gilt sowohl für Wohn- als auch für Gewerbemietverträge.

9. Liquiditätshilfen

Eine gute Übersicht über Fördermaßnahmen und Liquiditätshilfen bietet diese Homepage:

 https://wir-bleiben-liqui.de/

Des weiteren wurde die staatliche Haftungsfreistellung für Bankkredite auf 100 % erhöht. Dies betrifft Unternehmen ab 11 Mitarbeitern. Damit sollen zinsgünstige Kredite bis zu 500.000 € noch schneller und unbürokratischer ausgereicht werden können.

10. Beihilfen und Unterstützungen bis 1.500 € steuerfrei

Gemäß § 3 Nr. 11 des Einkommensteuergesetzes sind Beihilfen und Unterstützungszahlungen an Arbeitnehmer zur Abmilderung der zusätzlichen Belastungen durch die Corona-Krise steuerfrei. Voraussetzung für die Steuerbefreiung ist, dass die Zahlungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erfolgen, im Lohnkonto gesondert aufgezeichnet werden und eine Anerkennung für die besondere Leistung des Arbeitnehmers in der Corona-Krise darstellen.

 

Die Entwicklungen in der Corona-Krise verlaufen hochdynamisch. So ist beispielsweise zu erwarten, dass auch die Bundesregierung und andere Landesregierungen Zuschussprogramme als Liquiditätshilfen auflegen werden. Wir werden diese Entwicklungen auch weiterhin aufmerksam verfolgen, um Sie darüber informieren zu können, welche Maßnahmen der Corona-Krise entgegensetzen können.

Wir hoffen, dass wir unseren Beitrag zur gemeinsamen Bewältigung dieser Zeit leisten können.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre t.a.c. Steuerberatungsgesellschaft mbH